Sculptures

Kunst-am-Bau

DIE FÜNF BALKONE

Ein Kunst-am-Bau-Projekt in der City

Auftraggeber : AIV Generali AG

Entwurf: W.M.Pühringer

 

Wien, 1. Bezirk, Ledererhof. Wie eine zu Stahl gewordene Zeichnung, 18 t schwer, 20m hoch und sechs m breit, rankt sich das Kunst-am-Bau-Werk an der historischen Fassade an der dem Ledererhof zugewandten Seite des Generalihauses in die Höhe. Beginnend im dritten Geschoß wächst die Skluptur aus Stahl, Lochblech und gelb getönten Glaselementen bis zum Dachgeschoß. Im unteren Bereich konstruktiv gehalten, wird die Skulptur nach oben hin dekonstruktiv und aufgelöst. Wie der Titel schon sagt: Ein Kunstwerk mit Funktion: Die fünf Balkone sind in das Werk eingeschlossen. Auf Anhieb scheinbar provokant, vor allem in diesem Kontext von historisch gewachsenen Handels- und Bürgerhäusern, ist das Gebilde eine zeitgenössische und dem einundzwanzigsten Jahrhundert gemäße Neuinterpretation einer anderen Sicht des ewig gewohnten und lieblichen und trägt damit der internationalen Vorreiterstellung der österreichischen modernen Architektur Rechnung.

 

Für die technische und bauliche Umsetzung zeichnen die Firmen KAMPER aus Graz, und HARRER & PABST aus Leoben verantwortlich. Für das Zustandekommen sind zwei Personen maßgeblich: Arch. DI Gerd Mair-Keber (für die kontemporäre Silhouette des Gebäudes verantwortlich) und DI W.M.Pühringer (Bildhauer, Architekt).

 

Neben der „Klimaschutzkonstruktion“ im Zoo Schönbrunn (Wien 13),“ Hic et Nunc“ am Margartenplatz, den „Guardian Angel“ in der Schönbrunnerstrasse (beide Wien 5) und der „Sicherheitsspange“ in der Fuhrmannsgasse (Wien 8) ist das Kunstwerk „Die fünf Balkone“ das achte große und raumgreifende Werk von W.M.Pühringer in Wien. Neben diesen Werken beschäftigt sich der Künstler, der seine Ursprünge bei den Wiener Aktionisten hat und in den 60er Jahren Initiator der Künstlergruppe ZUENDUP war und auch international in renommierten Sammlungen vertreten ist seit langem mit Großskulpturen, so z.B. mit der Ummantelung der „Alten Brücke von Mostar“.

 

Für W.M.Pühringer war diese Skulptur durch die prekäre Lage und die schwierige Bewilligungssituation die bislang größte Herausforderung. Stets am Rande des technisch kaum machbaren und nur unter größten Mühen genehmigbaren Entwürfen hat W.M.Pühringer letztlich keine Kompromisse gemacht und seine Idee in Material und Form verwirklicht.

Erdbebenmacher

Children Art Museum, Hamada, Japan

Heuberger Connection II

 

Model

Rising Arc

Künstlerische Gestaltung eines Silos auf dem Betriebsgelände der Fa. Heuberger in Thalgau/Sbg.

 

Fertigstellung: 1995

Materialien: Stahl, Holz

Höhe: 23 m

Metallarbeiten: Matthias Bös, Fa. Ferro-Connection, 1060 Wien

Auftraggeber: Fa. Heuberger in Thalgau/Sbg.

Power Connection

 

EIN ZUHAUSE FÜR EINE MASCHINE

...mache ich sicher nur einmal im Leben, hab ich mir gedacht.", waren Pühringers Worte, um zur Vorstellung des nächsten Projektes überzugehen. Die Power Connection wurde im Mai 1996 eingeweiht und ist eine Architekturskulptur aus Stahl, Holz und Beton. Sie beherbergt die technische "Ikone" des Fabrikanten Heuberger in Thalgau, der mit Pühringers Hilfe die Revitalisierung und Erhaltung seines Werkes schon in mehreren Fällen auf eine Weise gestaltet hat, daß man die langfristige Intention unterstellen könnte, auf dem Heubergerschen Werksgelände solle eine in jeder Hinsicht eigene, aber wirkungsvolle Form der Musealisierung der Errungenschaften der technischen Revolution entstehen, und so mutet der merkwürdige kleine Bau an der Grenze zu diesem Gelände zunächst einmal nahezu monströs und absonderlich an - eine Funktion wäre ihm kaum auf den ersten Blick zuzuordnen. Eine halbrunde Betonwand mit Schornstein (?), runden Öffnungen wie verschieden große Bullaugen, einer Art Zahnrad als Silhouette und einem noch seltsameren "Kopf"(?) - das ist die Ansicht, die sich von der Straßenseite her darbietet.

Die Zusatzfunktion der Power Connection ist dabei durchaus symbolisch und spricht in mehrerer Hinsicht auch über den für sie ausgewählten Standort am Eingang zum Stammgelände des Werkes: sie beherbergt "nebenbei" ein 14m langes, mechanisches Rolltor, das bei Bedarf genau die Grenzen des Industriegebietes markieren kann im sehr ländlichen Thalgau. Aber sie ist keine Pförtnerloge sondern eine Art offen-geschlossenes Museum für jene Dampflokomobile, mit der früher die Stromversorgung des Ortes gesichert wurde und die noch bis 1983 im Einsatz war in den Produktionsstätten der Holzindustrie. Heuberger hat sie liebevoll rekonstruieren und Pühringer dafür eine "Behausung" bauen lassen, die gleichzeitig auch die Bedrohung reflektiert, die in technischen Errungenschaften steckt. Die zur Straße gewandte Seite orientiert sich an den Formen von LKW und Militärfahrzeugen, der kopfähnliche Vorbau erinnert an eine überdimensionale Maske aus Stahl. Und sieht man durch ihre "Schlitzaugen", geht der Blick direkt ins Schwarze - das ehemalige Feuerloch. Auch die Power Connection gibt ihr Geheimnis nicht auf den ersten Blick frei, obgleich sie es nicht versteckt: Die Bullaugen-Fenster folgen dem Aufbau der Maschine und lassen so Details nach außen sichtbar werden. Passiert der Betrachter die Grenze zum Werksgelände, findet er auf der anderen Seite eine durchgehende Glasfront, die die Lokomobile in voller Schönheit zur Geltung bringt. Und zu besonderen Anlässen ist dieses Museum für ein Einzelstück selbstverständlich auch begehbar.

Ein "Zuhause" für eine Maschine! und das bei Pühringers "wahnsinniger Beziehung" zu Maschinen, wie er selbst sagt. Entstanden ist eine Form der Konservierung und Erhaltung, die zugleich der Öffentlichkeit gegenüber nicht verschlossen ist, ihr Schauobjekt aber ebenso auch abzuschirmen weiß. Ein Museum für ein einzelnes, wertvolles Stück Erinnerung, das den Gedankengang dieser Erinnerung aufnimmt und weiterführt, zur gleichen Zeit ein zweckbestimmter wie funktional nahezu nutzloser Bau, der Grenze und Passage zum Ort der eigentlichen Produktion ist. Schützende Umhüllung und Denk mal für ein technisches Denkmal in einem - ein ambivalentes Thema, unkonventionell gelöst. - und die Power Connection verliert für einen Augenblick ihre Absonderlichkeit in der Einsichtigkeit ihrer Funktion.

 

Heike Wegner

Vernissage, 6/94, Seite 43

Jumbo Connection

Farbradierung Jumbo-Connection:

in einer Auflage von 111 Stück, nummeriert, signiert und datiert

Plattengröße 18,5 x 26 cm

Blattgröße 54 x 38 cm

Die dreifärbige radierung wurde in den Techniken Vernis mou, Aquatinta, Kaltnadel und Roulette auf Zerkall Bütten Papier gemeinsam mit der Radierwerkstätte Kurt Zein hergestellt.

Zeichnung
Model
model

Guardian Angel

 

Wenn auch nicht als "Connection" bezeichnet, steht der "Guardian Angel" dennoch in starker Verbindung zu dieser Werkgruppe. Anläßlich der Neuplanung des Grundstücks Schönbrunnerstraße 34 in Wien-Margareten geschaffen, ragt er, an der Schnittlinie von Fassadekante und Durchgang zum Innenhof montiert, gleich einem Wegweiser, in 6,5 m Höhe über den Gehsteig hinaus auf die stark frequentierte Straße und bildet ein unübersehbares städtebauliches Signal. In Nirosta und Messing ausgeführt, ist "Guardian Angel", wie zahlreiche Arbeiten Pühringers, eine Kombination aus Vogel, Engel und Flugobjekt - eine energiegeladene "Maschine" aus einer anderen Welt.

 

Martina Kandeler-Fritsch

zitiert aus: Architektur&Bau-Forum 8/9-1996

Beschreibung

Grenzflieger Connection

Hauptschule Koppstraße 110, 1160 Wien

Fertigstellung: 1994

Materialien: Ni-Rosta, Messing, Aluminium

Metallarbeiten: Matthias Bös, Fa. Ferro-Connection, 1060 Wien

Wandmalerei: Mag.art Petra Steineck

Auftraggeber: Gesiba, Gemeinnützige Siedlungs- u. Bau GesmbH

Shelter Connection

 

Description

KÜHNE LÖSUNG: BERNHARD WIDDER ÜBER EIN RAUMKUNSTWERK W. M. PÜHRINGERS MITTEN IN WIENS 19. BEZIRK

 

Versteckt hinter der Straßenfassade eines Gymnasiums in der Billrothstra-ße, Wien 19, dessen Umbau und Erweiterung gerade abgeschlossen wurden, liegt ein Schulhof, der mit einer Brunnenanlage gestaltet war, die, wie der ursprüngliche Schulbau, aus den fünfziger Jahren stammte. Die Planung der Ar-chitektengrupppe Fragner/ Stanzel/Hoffelner umfaßte auch eine Umgestaltung dieses Brunnens:

Gleich einer Irritation, einem die Ordnung störenden Stachel, steckt Michael W. Pühringers "Grenzflieger" in der Fassade der neuerrichteten Hauptschule in der Koppstraße 110 in Wien-Ottakring. Pühringer selbst, von seiner Ausbildung her Architekt, Mitbegründer der legendären Gruppe "Zünd-up" und seit 1974 als bildender Künstler tätig, sieht seine neue Arbeit als "Kombination aus Kunst, Architektur und Technik".

Zur einen Hälfte an der Außenfassade zum Pausenhof hin angebracht, ragt der vordere Teil des "Flugkörpers" in schräger Position in die Eingangshalle hinein und vermittelt den Eindruck, soeben gelandet bzw. kopfüber, mit den Boden berührender Rammnase zum Stillstand gekommen zu sein; Dynamik und Statik verschmelzen im "Grenzflieger" zu einer Einheit, der sowohl nach außen als auch nach innen imposante Zeichen setzt.

 

In Nirosta und Messing gearbeitet, setzte Pühringer ganz bewußt einfach deutbare Elemente - einen Geschwindigkeit symbolisierenden Honda-Motorradmotor oder auch an den Flugzeugbau erinnernde Teil in die Installation mit ein, um mit seiner Arbeit bei den Schülern eine möglichst große Akzeptanz zu erreichen; durch diese Elemente konnte auch das haptische Moment der Skulptur zusätzlich erhöht werden.

 

Ergänzt wird die Arbeit durch die auf ein Vielfaches vergrößerte erste Entwurfszeichnung Pühringers auf der angrenzenden Wand; damit wird der Prozeß von der ersten Skizze bis zur Ausführung in den Endpunkten für die Schüler sichtbar.

 

Martina Kandeler-Fritsch

zitiert aus: Architektur&Bau-Forum Nr. 162/1994, Seite 42

Ein offener Pavillon auf quadratischem Grundriß sollte neben dem Brunnen Platz finden. Mit der Gestaltung wurde der Künstler W. M. Pühringer beauftragt, der aus der quadratischen Vorgabe einen "Pavillon mit integriertem Raumkunstwerk" (so der offizielle Auftrag) entwickelt hat.

Die nun fertiggestellte Struktur ist eine Raumskulptur, deren Ausgangspunkt die Lösung der architektonischen Aufgabe - die Gestaltung des Pavillons -darstellt, die sich von einem Eckpunkt aus zu einer expressiven, halb massiven, halb schwebenden Großplastik erweitert.

Die Wirkung dieser "Shelter Connection" entsteht aus gestalterischen Gegensätzen, wobei die Spannung zwischen architektonischem Kalkül und der Dynamik der freien Skulptur das Grundthema darstellt: Monumentalität - Kleinteiligkeit; Rhythmik von schwebenden Holzbalken, gezackten, stählernen Fachwerken - Starre, Massivität der Stahlstützen; offener Raum - schützendes Stahl-/Glasdach des Pavillons.

Allein die Gegensätze verdeutlichen, daß sich dieses Werk nicht so leicht erfassen oder mit räumlichen Begriffen bestimmen läßt. Zum Teil ist es Architektur, die einen bestimmten Zweck sehr deutlich erfüllt, zum anderen ist es Skulptur, deren Bestandteile noch die Dynamik des gezeichneten Entwurfs vermitteln.

 

W.M. Pühringer, ausgebildeter Architekt, hat vor Jahren der Architekturpraxis den Rücken gekehrt und sich der Zeichnung und dem Objekt gewidmet. Zeichnen erschien als autonome Tätigkeit, obwohl das jeweilige Thema immer auch als Objekt, als imaginäres Bauwerk vorstellbar war. Mit der "Shelter Connection" und ihrem Vorläufer, der 1991 in Thalgau bei Salzburgentwickelten "Heuberger Connection", einer Großskulptur von 40 Metern Länge, kehrte W.M. Pühringer wieder zum Architektonischen zurück, in dem Sinn, daß Zeichnungen, die in erster Linie nicht Entwürfe, sondern Kunstwerke darstellen, nun gebaut werden.

 

Die "Shelter Connection" bedient sich architektonischer Mittel, ihre Form ist aber nicht die eines klar definierten Raums, sondern eine Sprengung von "Form", die in leeren oder in den von umgebenden Bäumen bestimmten Raum weist. Mit zeichnerischen Gesten, die technisch virtuos in einfachen Verbindungen in Stahl, Holz, in Regenblechen und in Glas umgesetzt sind, wird "Raum" erweitert und entgrenzt.

Der Name des Werks, "Shelter Connection", hat archetypische, provisorische, auch bedrohliche Bedeutung: Schutz und Verbindung. Sperrig, wuchtig, gleichzeitig fragil spannt die Skulptur Verbindungen zwischen Bäumen und den umgrenzenden Schulgebäuden. Als Zitat der früheren Gestaltung hat Pühringer die alte Brunnenschale als Mittelpunkt des neuen Brunnens, der vor dem Pavillon steht, verwendet.

Pühringers Werk besitzt Dynamik, die im Material der Sockelteile und einer Wandscheibe, die noch vor kurzem aus Sichtbeton gestaltet waren, den nötigen Kontrast gefunden hätte. Während der Fertigstellung wurde dieser wichtige Kontrast verändert, indem die Betonflächen mit rötlichen Granitplatten verkleidet wurden, um einen gestalterischen Zusammenhang mit dem Sockelbereich der Schule zu erzeugen. Davon abgesehen, daß die Granitplatten gänzlich unbehandelt, ohne die nötigen Steinmetzdetails verlegt wurden, ist die Verkleidung bereits eine Schicht zuviel - am falschen Ort.

 

Räumlicher Zusammenhang zwischen den Schulgebäuden und der "Shelter Connection" besteht bereits durch den Ort, durch die Proportionen des Hofs.

 

Heuberger Connection I

Ort: Thalgau, Unterdorf 15/Salzburg

Bauherr: Dipl.-Ing. Augustin Heuberger

Metallarbeiten: Matthias Bös, Fa. Ferro-Connection, 1060 Wien

 

Am 18. Oktober 1991 wurde auf dem Gelände der Fa. Heuberger in Thalgau mein Skulpturen-Ensemble "HEUBERGER-CONNECTION" mit einer Light-Show, einer Klangwolke sowie einem riesigen Volksfest eingeweiht. Es war der Höhepunkt einer intensiven planlichen, bürokratischen und zuletzt handwerklichen Auseinandersetzung mit diesem Projekt, bei dem 14 Tonnen Eisen und 22 Tonnen Leimholz verarbeitet wurden. Die beiden Konstruktionen, nördlich der Thalgauer Landstraße eine 40 m lange und 6 m hohe Plastik so wie südlich eine 13 m hohe Stele, sollen einerseits eine Brücke zwischen den beiden durch die Straße getrennten Fabriksteilen bilden, andererseits in

der architektonisch etwas unaufgeräumten Situation(Werkshallen,Bauernhaus, Wirtschaftstrakte) eine neue räumliche Qualität schaffen und dem Werk ein Zentrum, ein "Herz" geben. Mir war immer bewußt, daß ich diese Herausforderung nur durch eine Dimension, die vom Maßstab der Architektur geprägt ist, annehmen konnte. Die gestalterischen Überlegungen sind bestimmt durch die städtebauliche Situation (u.a. Anbindung an das bestehende restaurierte Herrschaftsgebäude),die Spiegelung der Produktion (Dachstühle, Fenster, Fertighäuser) nach außen und meine ausgeprägte Formensprache. Es soll eine Symbiose aus Architektur, Kunst und Technik sein.

 

zitiert aus: wettbewerbe Heft 109/110 Jänner/Februar 92, Seite 94

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