Biografie

BIOGRAFIE

1945 Geboren in Österreich

Studium der Architektur/TU Wien (Diplom 1979)

1967 Mitarbeit bei Aktionen und Filmen der WIENER AKTIONISTEN

(Zock-Fest)

1969 Gründungsmitglied der Künstler - Architektengruppe "ZÜND-UP

(Visionäre Architektur)

1970-85 Arbeit an Architekturprojekten

seit 1974 als bildender Künstler tätig

(Zeichnungen, Skulpturen, architekturbezogene Projekte)

1977 Preis des Wiener Kunstfonds

1998 Initiator des Projektes „PEACE CONNECTION MOSTAR 3000“

lebt und arbeitet in Wien

 

Zünd-Up Gruppe Website

Biographie W.M. Pühringers

von Otto Breicha

 

W. M. PÜHRINGER war ursprünglich Architekt. Er hat die Baukunst, soweit man sie studieren kann, in Wien studiert. Er hat (als Architekt) der Avantgarde-Gruppe ZÜND-UP angehört, sehr am Rande am Wiener Aktionismus (als Darsteller) mitgemischt und (aus Gründen des Broterwerbs) für diverse Architekturbüros gezeichnet. Aus diesen verschiedenen Konstellationen sind seine Plastiken (und vor allem auch die Zeichnungen für diese) hervorgegangen. Sie sind am besten im Zusammenhang mit Bauwerken zu verstehen. Dafür werden sie entwickelt, sogar dann, wenn W. M. Pühringer mangels solcher Aufträge die Architektur für seine Gebilde zunächst einmal dazuerfinden muß.

Daß es sich bei diesem Zusammengehen von Plastik und Bauwerk um eine sogenannte Symbiose handelt, wäre wahrscheinlich zuviel behauptet. Vielmehr setzt W. M. Pühringer mit seinen räumlichen Erfindungen der Architektur in einer Weise zu, daß er sich verkrallt und behauptet wie die Mistel am Baum. Natürlich "beantwortet" er gewisse örtliche Vorgaben, schmarotzt an vorhandenen Konstruktionen und entwickelt das, was er entwickeln möchte, in existierende Räume hinein; unterstützt also, wenn man es so sehen kann, auf Nützlichkeit ausgerichtetes bauliches Zweckdenken durch künstlerische (nicht nur unterstützende) Kommentare. Im Grunde sind es zuwiderhandelnde Störmaßnahmen, womit sich Pühringer so oder so ins Baugeschehen einmischt. Konstruktion beantwortet er mit Dekonstruktion. Und liegt damit, aktuell gesehen, goldrichtig im Trend der Zeit. Er macht aber darum keine gerade grassierende Mode nach. Es hat sich bei ihm so ergeben, weil (wohl für eine nächste Weile nur) das, was ihm eingefallen ist, unversehens vom sogenannten Strom der Zeit ein Stück mitgenommen wird.

Ein gewisser Zweiklang der so gut wie immer verwendeten Materialien Holz und Metall kann als ein insgesamt ersprießlicher Gegensatz des einheitlichen Entwurfs empfunden werden. Seine räumlichen Anfügungen und Manöver sind (wie die Zeichnungen dazu) Verknotungen und wie geschiente Gelenke, unecht stützende Maßnahmen, um sich mit dem, was er da entwickelt, gegen das, was er vorfindet, zu behaupten.

Eine Bauwerkgemäßheit also, aber eine ganz andere als jene Bauwerkhaftigkeit, der Wotruba, mit dem W. M. Pühringer schon überhaupt nichts im Sinn hatte, in seinen späteren Figuren nachgegangen ist. Aber soweit ist W. M. Pühringer Architekt geblieben, daß er sich auf jene Formensprache versteht, deren sich die gestandenen Baumeister befleißigen. Das Aufmüpfige, das es in der "anderen" (gewissermaßen utopischen) jungen österreichischen Architektur der sechziger Jahre gegeben hat, lebt bei ihm, ins mehr Machbare gelenkt, weiter fort, wohingegen andere längst am langen Weg zu und durch die vordem lauthals vermaledeiten Institutionen unterwegs sind.

 

zitiert aus: Otto Breicha, Wotruba und seine Folgen, Salzburg 94, Seite 224

 

Mitgliedschaft:

Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Künstlerhaus, Wien

IG bildende Kunst Österreich

 

 

Einzelausstellungen, Ausstellungsbeteiligungen und Projekte im öffentlichen Raum:

Österreich, Canada, Deutschland, England, Finnland, Frankreich, Italien, Japan, Polen, Schweden, Schweiz, Tschechei, USA

 

„ZÜND-UP“:

Centre G. Pompidou/Paris, Künstlerhaus, Mumok, Kunsthalle, Wien Museum, Kunst Haus/Wien, Victoria & Albert Museum/London

 

 

„PEACE CONNECTION MOSTAR 3000“:

Wien, Zagreb, Belgrad, Mostar, Linz, Sarajevo, Athen, Istanbul, Stockholm, Dortmund, Münster, Sofia, Seoul, Kioto, Kurashiki, Maribor

 

Skulpturen im Öffentlichen Raum:

Bonsai Connection, Gut Gasteil Niederösterreich

Overhead Connection, Fa. Ammag Gunskirchen Oberösterreich

Windkeil, Landwirtschaftsschule Winklhof Hallein Salzburg

Heuberger Connection, Rising Arc, Power Connection, Rostbarsch, Fa. Heuberger, Thalgau Salzburg

Wing Connection, Bank Austria Filiale Donaustadt Wien

Shelter Connection, BRG Billrothstraße Wien

Grenzflieger, Hauptschule Koppstraße Wien

Jumbo Connection, Zoo Schönbrunn Wien

Guardian Angel, Blockbebauung Schönbrunnerstraße Wien

Sicherheitsspange, Polizeikommissariat Josefstadt Wien

Ein Haus zieht sich einen Splitter ein, Lehrbauhof Salzburg

Car-Age, Carport Hallein Salzburg

Erdbebenmacher, Children Art Museum Hamada Japan

 

Symposien:

1998 Steel Art Connection, Fa. Hibiki Hiroshima

2000 Kunst in der landschaft, Gut Gasteil Niederösterreich 2001 Kreation im Prozess, Wien

 

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Black Ink Serie

Connections

Zeichnungen

Barock Intervention

PCM Mostar 3000

Skulpturen

Portfolio / Archiv